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<title>Mutterpflanze</title>
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<p>Als <b>Mutterpflanzen</b> werden im <a href="Gartenbau" title="Gartenbau">Gartenbau</a> kultivierte Pflanzen bezeichnet, die hinsichtlich ihrer Sortenechtheit und ihres pflanzenhygienischen Status zur Massenvermehrung dienen. Mutterpflanzen, oft auch als Elitepflanzen bezeichnet, kommen vor allem im <a href="Zierpflanzenbau" title="Zierpflanzenbau">Zierpflanzenbau</a> bei Beet- und Balkonpflanzensorten vor. Die Erzeugung und Inkulturhaltung von Mutterpflanzenkulturen stellt den Gärtner vor besondere Aufgaben.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anforderungen_an_Mutterpflanzen:_Pathogenfreiheit">Anforderungen an Mutterpflanzen: Pathogenfreiheit</h2></div>
<p>Mutterpflanzen einer Kultursorte müssen pathogenfrei sein. Dies schließt tierische Schädlinge, Pilzerkrankungen und vor allem Bakteriosen und <a href="Virusinfektion" title="Virusinfektion">Virosen</a> mit ein. Oftmals werden zukünftige Mutterpflanzen bereits in der <a href="In_vitro" title="In vitro">In-vitro</a>-Phase mit Hilfe verschiedener Testverfahren wie <a href="Enzyme-linked_Immunosorbent_Assay" title="Enzyme-linked Immunosorbent Assay">Enzyme-linked Immunosorbent Assay</a> (ELISA) oder <a href="Polymerase-Kettenreaktion" title="Polymerase-Kettenreaktion">Polymerase-Kettenreaktion</a> (PCR) selektiert. Nur befallsfreies Pflanzenmaterial kann für eine weitere Kultivierung als Mutterpflanze verwendet werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anforderungen_an_Mutterpflanzen:_Sortenechtheit">Anforderungen an Mutterpflanzen: Sortenechtheit</h2></div>
<p>Bei Lizenzsorten muss die Sortenechtheit im vegetativen und generativen <a href="Habitus_(Biologie)" title="Habitus (Biologie)">Habitus</a> gewährt sein. Das bedeutet, dass die Pflanze in ihren Wuchseigenschaften und bei den Blüten- oder Fruchtmerkmalen die sortentypischen Eigenschaften zeigen muss. Da Mutterpflanzen oft über <a href="Pflanzliche_Gewebekultur" title="Pflanzliche Gewebekultur">Gewebekultur</a> vermehrt werden, besteht hier die Gefahr einer auftretenden <a href="Somaklonale_Variation" title="Somaklonale Variation">Somaklonalen Variation</a>. Zur Testung der Sortenechtheit der so vermehrten Pflanzen werden diese nach der In-vitro-Phase in Erde überführt (ex vitro) und in einer weiteren Kulturphase entsprechend geprüft. Nur sortenechtes Material wird im weiteren Kulturverlauf als Mutterpflanze kultiviert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verwendung_und_Produktionsstandorte">Verwendung und Produktionsstandorte</h2></div>
<p>Mutterpflanzen sind das Ausgangsmaterial, von dem <a href="Steckling" title="Steckling">Stecklinge</a>, <a href="Steckholz" class="mw-disambig" title="Steckholz">Steckhölzer</a> sowie <a href="Edelreis" title="Edelreis">Edelreiser</a> gewonnen werden. Diese werden an Produktionsbetriebe im Gartenbau zur dortigen Weiterkultivierung zur Halbfertigware oder verkaufsfertigen Ware verkauft.
</p><p>In der Regel baut man Mutterpflanzenkultur im Sommer oder Herbst vor der Stecklingsernte, die während der Wintermonate stattfindet, auf. Bis dahin sollen die Mutterpflanzen reich verzweigt und ausreichend groß sein, damit in kurzer Zeit viele Stecklinge geerntet werden können.
</p><p>Mutterpflanzen für die vegetative Massenvermehrung stehen heute fast ausschließlich nur noch in strahlungsreichen südlichen Klimaten, in Gebieten mit niedrigen Lohnkosten, um einen ausgereiften und preisgünstigen Steckling zu erzeugen. Hohe Energie- und Lohnkosten verhindern, dass diese Phase der Wertschöpfung in Mitteleuropa stattfinden kann.
</p><p>Bei der <a href="Generative_Vermehrung" title="Generative Vermehrung">generativen Vermehrung</a> heißt das Äquivalent der Mutterpflanze Samenträger.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Andreas Bettin: <i>Kulturtechniken im Zierpflanzenbau.</i> Ulmer, Stuttgart 2010, ISBN 3-8001-5187-1</li>
<li>Karl Zimmer (Hrsg.): <i>Handbuch des Erwerbsgärtners, Hauptkulturen im Zierpflanzenbau.</i> 3. Auflage, Ulmer, Stuttgart 1991, ISBN 3-8001-5134-0</li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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